Tag 11: Singi – Sälka

Die Nacht in der Stuga war äusserst erholsam, das Wetter auch recht vielversprechend, und nach einem gemeinsamen Frühstück mit Liz und Dave ging es ab auf den Trail.

Knapp 13 km mit durchweg moderatem Höhenprofil standen auf dem Programm, sollte es gut laufen, dann gerne auch etwas weiter.

Tja, sollte es gut laufen…. tat es aber nicht. 😕

Nach 2km ohne besondere Anstrengung fährt es mir plötzlich in die rechte Wade – ein Krampf denke ich zunächst, schmerzhaft, aber halb so wild. Also erstmal den Krampf rausdrücken, kurze Pause, und dann weiter. Leider bessert sich der Zustand aber nicht wirklich, an richtiges Wandern ist nicht zu denken, es ist eher ein Gehumpel. Darf doch nicht wahr sein…

Nach gut 4km erreichen wir eine Schutzhütte – gut so. Draussen ist es ungemütlich frisch und zugig, also rein in die Hütte, Wade massieren, Dr. Dave hat noch ein Wundermittel in seinem unergründlichen Medipack Tiefen, und eine nette Mithikerin spendiert noch etwas Tigerbalsam – Das muss doch helfen! Als drohendes Omen beobachten wir am Himmel auch noch einen Rettungshubschrauber…

Also ist Augen zu und durch angesagt, die noch vor uns liegenden 7km müssen halt irgendwie absolviert werden!

Die Kulisse des Hochfjälls gibt wirklich alles, und irgendwann können wir auch einen Blick auf den Kebnekaise erhaschen. Sieht so nah aus, und scheint trotzdem eine andere Welt zu sein: Der Gletscher ist zu erkennen, weisse Schneefelder, wunderschön!

Der Gipfel ist leider komplett in den Wolken verschwunden… Schade.

Irgendwann erreichen wir dann Sälka. Auffällig ist, wir sehr sich das Wandern auf dem Kungsleden in diesem Abschnitt verändert hat: Alle 5 Minuten begegnen wir Wanderern, von Abgeschiedenheit keine Spur mehr. Das Bild setzt sich auf dem Stuga Gelände fort. Wo sonst der liebevolle Umgang mit den Einrichtungen auffällt, scheint hier alles deutlich mehr auf Masse ausgelegt zu sein. Und auch die Menschen, die wir hier treffen, sind von einem ganz anderen Schlag, als die Hiker, mit denen wir in den letzten Tagen Kontakt hatten.

Nach kurzer Inspizierung der Stuga Gebäude (teilweise 18 Betten pro Hütte) beschließen wir, die Zelte aufzuschlagen. Was wir soeben noch hinbekommen, bevor das Wetter endgültig ungemütlich wird und es zu regnen beginnt.

Wir lassen es uns aber trotzdem nicht nehmen, die Sauna am unteren Flußlauf ausgiebig zu nutzen, vielleicht hilft das ja auch der lädierten Wade. Und haben bei der anschließenden Abkühlung im Fluß dann doch noch unser Highlight: Keine 5 Meter von uns entfernt findet sich eine Rentierherde ein, beachtet uns gar nicht, und labt sich in aller Ruhe an Sträuchern und Gräsern – Natur pur!

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