Vorab: Die Outdoor Plumpsklos zu Saltoluokta sind fürwahr außergewöhnlich… 🤪




Mindestens ebenso außergewöhnlich, wenn auch auf ganz andere Art, war das Abenddiner im Restaurant der Fjällstation. Angefangen von der stylischen Platztafel, über die ausführliche Vorstellung des 3-Gänge-Menüs zu Beginn (leider auf schwedisch), das optionale „Wein Package“ (zu jedem Gang ein anderer, edler Tropfen) bis hin zum wirklich hervorragenden All-you-can-eat Menü (Grosses Salatbuffet, Boulliabaise, Rentierfilet, Kartoffelgratin, Karemelldessert) Der Höhepunkt war aber selbstverständlich die vegane Variante des Menüs für den Quotenveganer…

So lässt sich das Hikerleben auch gut aushalten 😊 Zumal in guter Gesellschaft mit unseren Mithikern…

Leider gab es auch einen Wermutstropfen: Der gestrige Gewaltmarsch durch den Regen hat Tanja’s Achillessehne, die ja ohnehin schon vorbelastet war, leider sehr zugesetzt, sodaß die letzten Kilometer nur noch unter Schmerzen bewältigt werden konnten. Zum Glück hat Dave eine außergewöhnliche Auswahl an Medikamenten im Gepäck…
Da das Wort „Pause“ in Tanjas Wortschatz ja eher nicht vorkommt, ist aber relativ schnell klar, dass es heute weiter geht Richtung Teusajaure. Wir nehmen uns aber vor, die Etappen etwas kürzer zu halten und langsamer anzugehen.
Dafür ist die heutige Etappe eigentlich wie gemacht: Zuerst geht es um 10;20 auf die Fähre, anschliessend mit dem Bus bis Vakkotavare und erst dann auf den Trail nach Teusajaure. 14km, wobei die ersten 4km zwar recht steil sind, das Höhenprofil anschließend aber weniger anspruchsvoll zu sein scheint.




Der Haken bei der Sache: Wir kommen erst um kurz vor 13:00 in Vakkotavare an, müssen aber spätestens um 18:00 das Boot erreichen. Unter normalen Umständen zwar kein Problem, aber Voraussetzung ist natürlich, dass der Fuß hält…
Der Weg an sich ist landschaftlich wieder einmal herausragend, zunächst entlang eines Wasserfalls ins Hochfjäll, dann auf der Hochebene über Brücken und Geröllfelder hinweg bis ins nächste Tal, wo wir hoffentlich rechtzeitig eintreffen.




Liz, Dave und Stefan lassen wir vorweg laufen, und geben uns Mühe, einen angemessenen Laufrhythmus zu finden. Gerade die Geröllfelder machen das nicht gerade leicht.

Und dann steht auch noch eine ungeplante Flußquerung auf dem Programm: Schuhe und Strümpfe aus, Watschuhe an, und ab durchs eiskalte Wasser. Und bloß nicht ausrutschen und samt Gepäck im Wasser landen. Geschafft.
Aber das hat Zeit gekostet, die wir heute eigentlich wirklich nicht haben…
Nächstes Problem: Der offizielle Weg endet erneut vor einem reissenden Fluss, durchwaten leider ausgeschlossen. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass ca. 1km Flussabwärts eine Brücke zu sein scheint. Wir können sie in der Ferne auch erkennen. Wieder ein Zeitfresser… Hilft ja nichts.
Am Ende nochmal ein steiler Abstieg über Stock und Stein, der nicht enden will, dann haben wir es aber doch geschafft: 17:30, rechtzeitig angekommen! Wir werden von unseren etwas besorgten Wegbegleitern bereits freudig erwartet.

Als Trost gibt es für dir tapfere Hikerin mit dem lädierten Fuß sogar einen japanischen Whisky, den Stefan offensichtlich den ganzen Weg mitgeschleppt hatte

Und auch das schwedische Fjäll belohnt uns fürs Durchhalten: Mit einem sagenhaften Naturschauspiel…


